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Hilfe Pubertät!

Fallbeispiel

Wumm – Die Tür knallt zu! Vickis Mutter guckt ihrer Tochter (15) genervt hinterher. Vicki hat seit Tagen schlechte Laune. Ihre Eltern wollen ihr nicht erlauben, auf ein Festival zu fahren. Sie finden, sie ist zu jung. Außerdem haben sie Zweifel, dass sie dort ausreichend auf ihre Therapie achtet.

Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Oder erkennen Sie nur, dass Ihr Kind bei Ihnen wohnt, weil Sie seine schmutzige Wäsche und das gebrauchte Geschirr finden? Herzlichen Glückwunsch – Ihr Kind ist langsam kein Kind mehr!

Veränderungen in der Pubertät

In der Pubertät sind der Körper und der Kopf Großbaustellen. Es ist die Lebensphase mit den größten Veränderungen. Manche Dinge sind Ihnen bei Ihrem Kind bestimmt schon aufgefallen. Anderes läuft eher im Verborgenen ab. Aber seien Sie beruhigt: Alles hat ein Ende – auch die Pubertät! Ungefähr mit 17 Jahren werden Sie und Ihr Kind das Gröbste hinter sich haben.

Körperliche Veränderungen

Veränderungen des Denkens

Emotionale Veränderungen

Soziale Veränderungen

Pubertät und chronische Krankheit

Für chronisch kranke Jugendliche (und deren Eltern!) ist die Pubertät mit zusätzlichen Herausforderungen verbunden. Sie sind häufig die Ursache für Konflikte und Therapieverweigerung.

Ihr Kind möchte und muss immer mehr Verantwortung beim Krankheitsmanagement übernehmen. Gleichzeitig fällt Ihnen das Abgeben der Verantwortung wahrscheinlich schwer. Sie machen sich Sorgen, ob alles klappt. Häufig kommt es deswegen zu Streit.

Eine Krankheit fühlt sich oft wie ein Makel an. Sie steht damit im Konflikt mit dem Wunsch, „normal“ zu sein und dazuzugehören. Daher soll am besten niemand davon wissen. Ist die Erkrankung sichtbar, erschwert sie außerdem die Akzeptanz des eigenen Körpers.

Durch Arzttermine und Klinikaufenthalte ist manchmal wenig Freizeit vorhanden. Der Kontakt zu Gleichaltrigen leidet. Ebenso fehlt Zeit für Hobbys, die den Selbstwert steigern können.

Die Zeit kann durch die Krankheit nicht so spontan und frei genutzt werden, wie Ihr Kind es sich wünscht. Insbesondere Aktivitäten wie Festivalbesuche oder Wochenendtrips müssen geplant werden oder werden wegen der Risiken untersagt. Das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit bleibt dabei auf der Strecke.

In der Pubertät wird Jugendlichen erstmals richtig klar, dass die Krankheit bleibt und mit Risiken und Einschränkungen verbunden ist. Das macht traurig und manchmal auch Angst. Wenn noch dazu das Therapieergebnis zu wünschen übriglässt, folgen häufig Selbstzweifel und Frustration.

Typische Konfliktsituationen

Alterstypische Konflikte werden durch die Erkrankung häufig verstärkt. Hinzu kommen Reibungspunkte durch die Umsetzung der Therapie.

Eltern fällt es häufig schwer zu entscheiden, wann wie viel Freiheit erlaubt ist und wo sie klare Grenzen setzen müssen. 

In dieser neuen Lebensphase müssen Eltern und Jugendliche ihren Weg finden, mit den Herausforderungen umzugehen. Hören Sie, was Expert:innen für typische Konfliktsituationen raten.

Drei Expert:innen unterschiedlicher Fachrichtungen beantworten häufig gestellte Fragen und geben hilfreiche Tipps:

Videos mit Expertentipps

Beschreibung

Fall 1: Fehlendes Interesse an der Therapie

„Früher hat unsere Tochter ihre Diät immer ganz vorbildlich eingehalten und regelmäßig ihre Aminosäuremischung genommen. Doch seit sie auf der neuen Schule ist, scheint alles andere wichtiger zu sein: Klamotten, Schminken, mit Freundinnen treffen, stundenlanges im Internetsurfen … Ihre Gesundheit ist nur noch Nebensache. Das sieht man auch ihrem Phe-Wert an. Bei der letzten Untersuchung war er viel höher als sonst. Wir machen uns große Sorgen, dass die hohen Werten zu Schädigungen des Gehirns führen.”